DAVID LIESE. |
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Gestern hab ich’s mir mal wieder gegeben. Seit dem durchaus sehenswerten “Cloverfield” ist “Paranormal Activity 3” der erste Mockumentary, den ich mir ansehen wollte, und insgesamt sogar der allererste, der mich ins Kino gelockt hat.
Von Minute eins an bekommt man das, was man erwartet; pseudo-realistische Hand- und vor allem Überwachungskameraaufnahmen, die die mysteriösen Vorkommnisse in einem Familienhaus Ende der achtziger Jahre dokumentieren. Da ist ein Mädchen, das mit dem Geist wie mit einem unsichtbaren Freund spricht, ihre Schwester, ihre Mutter und der Stiefvater, der dem Unerklärlichen unbedingt auf die Schliche kommen will.
Stark machen den Film vor allem die statischen, dem Zuschauer irgendwann unbehaglich vertrauten Bilder der im Haus aufgestellten Kameras. Man ist auf jedes Detail fixiert, das sich verändern und Hinweis auf übernatürliches Geschehen sein könnte. So passiert dann auch über neunzig Prozent des Films so gar nichts paranormales, was die wenigen, gegen Ende immer expliziter werdenden Angriffe des Hausgeists umso effektiver macht. Nicht selten wird dabei auch mit dem für dieses Genre typischen “falschen Alarm” gespielt - die Fratze, die aus dem Schrank springt, gehört der Mutter, die ihren Freund verulken will, und die Gestalt, die wie aus dem nichts auftaucht, ist nur die Tochter, die sich aus Spaß angeschlichen hat.
Schwach sind dagegen nicht nur die - wie erwartet - dünne Handlung, sondern auch die stellenweise absolut dämlichen Verhaltensweisen der Protagonisten. Zudem ist es für den Zuschauer eigentlich jederzeit ersichtlich, wann der Geist zuschlagen wird, und nicht mal die Plotwendung in der letzten Viertelstunde des Films kommt wirklich überraschend. Zudem rutscht der Film einige Male in (unfreiwillige) Komik ab, die die Spannung an vielen Stellen allzu harsch kaputtschneidet.
Alles in Allem ist “Paranormal Activity 3” wie eine Geisterbahnfahrt, eine Kinokarte für anderthalb Stunden Erschrecken, eine echte Suspense-Säge mit einigen stumpfen Zähnen, einhundertprozent Effekt, null Prozent Inhalt. Die scheinrealistischen Aufnahmen sind und bleiben ein Patentrezept, um erschreckend billig Erschrecken zu produzieren - ein bisschen mehr Innovation darf man aber dann doch erwarten.
Drei Davids von fünf, oder so…